Stummfilmzeit (1895 – 1928)
1895 führten die Gebrüder Lumiére öffentlich kurze Stummfilme mit dokumentarischem Inhalt auf, die meist von einem Pianist live untermalt wurden. Manchmal gesellte sich noch ein Geiger hinzu. Dieser war zuständig für die gefühlsbetonten Szenen, und wurde deshalb auch „Schluchzende Geige“ genannt.
Als das Kino etabliert wurde, wuchsen die Möglichkeiten und die Musiker hatten endlich genug Platz. Folge: die Musik wurde immer aufwendiger und die Orchester wurden immer größer. Die Kinos besaßen auch eine Kinoorgel, die neben zahlreichen Klangfarben auch über Geräuscheffekte, wie zum Beispiel Pferdegetrampel und Wind, verfügte. In großen Kinos wurde der Film von eigenen Kinoorchestern begleitet, die bis zu 80 Mann umfassten.
Also kam die Stummfilmzeit unbegründet zu ihrem Namen, denn lautlos waren diese Filme nie. Man wusste nur noch nicht, wie man einen Ton bzw. Musik aufnehmen konnte. Die Gründe, dass Filme nicht lautlos waren, lagen auf der Hand: der Projektor ratterte, das Publikum war aus dem Theater an Musik gewöhnt, der Wechsel zwischen den Szenen war ohne Musik irritierend und die Musik sollte die gedrückte Stimmung im dunklen Kinosaal erhellen.
1926 war es dann so weit, der erste Tonfilm der Welt wurde von Warner Bros. veröffentlicht. Der Name des Films war „Don Juan“.
Der frühe Tonfilm (1928-1950)
1928 wurde der Stummfilm generell vom Tonfilm abgelöst. Die Filmmusik wurde nicht mehr live gespielt, sondern in einem Tonstudio aufgenommen.
Die Arbeit im Tonstudio hatte viele Vorteile: die Möglichkeit etwas öfters zu spielen, getrennte Aufnahmen von Geräuschen und Musik und eine Musik konnte gezielter und einheitlicher für einen Film eingesetzt werden. Doch es hatte auch seine Gründe, warum sich der Tonfilm erst so spät durchsetzen konnte. Die technischen Voraussetzungen waren bereits in den 1920er Jahren vorhanden, doch die Nachteile überwiegten. Der Ton wurde als störend betrachtet, denn der Zuseher sollte sich doch auf den Film konzentrieren. Die Tonqualität war miserabel, es war noch die Zeit des Nadeltonverfahrens, und so ein Schalltrichter konnte mit einem Orchester nicht mithalten. Auch die Bilddynamik war eingeschränkt, denn die Schauspieler mussten stets in der Nähe des Mikrofons bleiben und die Nachsynchronisation war meist zu aufwendig und unrentabel. Außerdem liefen Film und Ton stets auseinander, erst das Lichttonverfahren setzte dem ein Ende.
Das Lichttonverfahren ist heute noch im Einsatz. Der Ton wird bei dieser Technik als zusätzlicher Streifen am Rande des Filmes zusammen mit dem Bild aufgeführt. Die Vorteile, die sich bei diesem Verfahren ergeben, sind, dass bei einem Filmriss der Ton immer noch synchron zum Bild ist und bei der Vervielfältigung des Filmes auch der Tonstreifen mitkopiert werden kann. Nachteile dieses Verfahrens sind, dass der Film leicht zerkratzt oder verschmutzt werden kann, was die Ton- und Bildqualität beeinträchtigen kann und der Frequenzumfang des Lichttonverfahrens nicht besonders groß ist.
Die Einführung des Tones wurde von vielen Künstlern als „der Tod des Filmes“ bezeichnet. Musiker verloren ihre Jobs, einige Stummfilmschauspieler wurden wegen mangelnden Sprachvermögens nicht mehr engagiert und ein Film war nicht mehr für jedermann verständlich. Nach anfänglichen Schwierigkeiten setzte sich der Tonfilm in den 30er Jahren endlich durch.
Der Stil der Musik der frühen Tonfilme orientierte sich an der Romantik und Spätromantik und prägte dadurch den typischen Hollywoodsound.
Der Film in der modernen Zeit (ab 1950)
Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Technik der Tonaufzeichnung erneut revolutioniert. Das Magnettonverfahren, bei dem auf dem Filmstreifen ein zusätzliches Magnetband angebracht ist, setzte sich durch. Der Frequenzumfang wurde deutlich größer und es war auch erstmals möglich, hochwertige Stereo-Tonfilme zu produzieren.
Doch in den Jahren um 1950 verlor das Publikum das Interesse am Kino, denn das Fernsehen war im Kommen. Als Reaktion auf die hohen Verluste musste die Filmindustrie auf eine andere Zielgruppe umsteigen, die Jugendlichen, denn zuvor bestand die Zielgruppe aus vorwiegend älteren Menschen. Dies hatte Einfluss auf den Stil der Filmmusik. Jazz , Pop und Rock gewannen immer mehr an Bedeutung und der typische Hollywoodsound, die sinfonische Filmmusik, trat in den Hintergrund.
Seit den 50er Jahren versucht die Filmindustrie die Filmmusik auch auf Tonträgern zu vermarkten. Ab den 60er Jahren wurde es üblich, nicht nur den Titelsong zu vermarkten, wie zuvor, sondern den ganzen Soundtrack bzw. Teile davon zu veröffentlichen.
Später versuchte man den Filmton vom Fernsehton zu differenzieren und legte mehr Wert auf die Qualität des Klanges. So entstand um 1980 der Surround Klang und entwickelte sich später zu Dolby Surround und Dolby Digital Sound.