Einfluss auf den Menschen
Untersuchungen der „American Audiovisual Society“ ergaben, dass Filmmusik das Erinnerungsvermögen steigern kann. Filmszenen, die von Musik begleitet wurden, wurden vom Zuschauer besonders aufmerksam beobachtet und prägten sich besser ein. So erinnerten sich 30% an nur optische Informationen, 20% erinnerten sich an nur akustische Reize und ganze 70% erinnerten sich an audiovisuelle Informationen. Das liegt daran das Informationen sowohl über den visuellen Kanal als auch über den auditiven Kanal übermittelt werden können und somit die Kanalkapazität gesteigert wird.
Ein anderes Beispiel ist die innerfilmische Assoziationsbildung, die durch die Filmmusik beginnt. Sie geht auf das sogenannte „affektive Gedächtnis“ zurück. Dabei werden wichtige Bildaussagen und Textpassagen mit bestimmter Musik emotional verbunden, welche an einer anderen Stelle des Filmes durch dieselbe Musik wieder hervorgerufen werden können.
Filmmusik unterstreicht jedoch nur gewisse Stimmungen der Bilder im Film, wichtig sind die Erfahrung eines Zusehers. Nur durch diese kann sich ein Zuschauer in die Rolle der Figur hineinversetzen und sie nachempfinden.
Emotionen
Seit dem 18. Jahrhundert gibt es Untersuchungen über die Auswirkungen der Musik auf die menschlichen Emotionen. Erst im Jahre 1930 untersuchte Kate Heyner die Stärke des Ausdruckes von Musikstücken indem sie einzelne musikalische Parameter veränderte. Sie variierte das Tempo, wandelte Dur in Moll um und änderte Harmonien in Dissonanzen. Probanden sollten dann Adjektive einem Stück zuordnen, um so ihre momentane Gefühlslage zu beschreiben.
Dabei stellte sich heraus, dass schnellere Musik fröhlich und langsame Musik traurig wirkte. Außerdem wurde ein Musikstück in Dur als glücklich und anmutig empfunden und dasselbe Musikstück in Moll als traurig und schwermütig beschrieben.
Aus dieser Studie heraus entwickelte sich zwei Theorien: die Zeichentheorie und die Resonanztheorie. Die Zeichentheorie besagt, dass man zum Entschlüsseln musikalischer Strukturen ein symbolisches Verständnis benötigt. Hingegen besagt die Resonanztheorie, dass das Musikerleben auf der Grundlage des Mitempfindens basiert. Heutzutage ist eine Kombination aus beiden Theorien am ehesten vorstellbar.
Musikhören ist immer mit Empfindungen körperlicher Art verbunden, was durch Atem- und Pulsfrequenz, Blutdruck und Hautwiderstand nachweisbar ist. Ein Rhythmus stimuliert nachweislich Puls und Atmung, extrem tiefe Töne sowie extreme Lautstärke können Angstzustände und Unbehagen verursachen. Dies wird von der Filmindustrie natürlich ausgenützt, so werden zum Beispiel tiefe Töne benützt um Angst auszulösen. Werden Geräusche über 65 Phon gespielt kommt es zu vegetativen Auswirkungen wie Schweiß, Zittern und Angst.
Musik wird immer einen gewissen Ausdruckgehalt besitzen, doch es kommt immer darauf an, wie sehr sich ein Zuseher beeinflussen lässt. Welches Ausmaß die Emotionen annehmen ist immer davon abhängig, wie weit sich der Zuseher der dargebotenen Musik hingibt oder mit welcher Einstellung er ihr entgegen tritt.
Die Zeitempfindung
Die Zeitempfindung in einem Film kann durch Musik stark beeinflusst werden. So kann eine kurze Szene mit langsamer Musik hinausgezögert werden oder aber mit schneller Musik schneller vorübergehen. So scheint es zumindest, denn die Länge der Szene ist die selbe.
Bei der Zeitempfindung in einem Film sind Rhythmus und Melodie besonders wichtig. Der Rhythmus kann besonders gut Ekstase und Meditation beschreiben, oft verwendet bei Actionfilmen, die Melodie hingegen hat die Aufgabe über den Zeitverlauf zu berichten. Man kann daher sagen, dass Rhythmus die dramatischen Aspekte des Films unterstützt während die Melodie die Handlung vorantreibt.