Emotionen
Seit dem 18. Jahrhundert gibt es Untersuchungen über die Auswirkungen der Musik auf die menschlichen Emotionen. Erst im Jahre 1930 untersuchte Kate Heyner die Stärke des Ausdruckes von Musikstücken indem sie einzelne musikalische Parameter veränderte. Sie variierte das Tempo, wandelte Dur in Moll um und änderte Harmonien in Dissonanzen. Probanden sollten dann Adjektive einem Stück zuordnen, um so ihre momentane Gefühlslage zu beschreiben.
Dabei stellte sich heraus, dass schnellere Musik fröhlich und langsame Musik traurig wirkte. Außerdem wurde ein Musikstück in Dur als glücklich und anmutig empfunden und dasselbe Musikstück in Moll als traurig und schwermütig beschrieben.
Aus dieser Studie heraus entwickelte sich zwei Theorien: die Zeichentheorie und die Resonanztheorie. Die Zeichentheorie besagt, dass man zum Entschlüsseln musikalischer Strukturen ein symbolisches Verständnis benötigt. Hingegen besagt die Resonanztheorie, dass das Musikerleben auf der Grundlage des Mitempfindens basiert. Heutzutage ist eine Kombination aus beiden Theorien am ehesten vorstellbar.
Musikhören ist immer mit Empfindungen körperlicher Art verbunden, was durch Atem- und Pulsfrequenz, Blutdruck und Hautwiderstand nachweisbar ist. Ein Rhythmus stimuliert nachweislich Puls und Atmung, extrem tiefe Töne sowie extreme Lautstärke können Angstzustände und Unbehagen verursachen. Dies wird von der Filmindustrie natürlich ausgenützt, so werden zum Beispiel tiefe Töne benützt um Angst auszulösen. Werden Geräusche über 65 Phon gespielt kommt es zu vegetativen Auswirkungen wie Schweiß, Zittern und Angst.
Musik wird immer einen gewissen Ausdruckgehalt besitzen, doch es kommt immer darauf an, wie sehr sich ein Zuseher beeinflussen lässt. Welches Ausmaß die Emotionen annehmen ist immer davon abhängig, wie weit sich der Zuseher der dargebotenen Musik hingibt oder mit welcher Einstellung er ihr entgegen tritt.